Welche Arten von Fliesenkleber kann man unterscheiden?
Je nach Untergrund, Werkstoff und Anwendungsfall gibt es unterschiedliche Arten von Fliesenkleber. Grob unterscheidet man zwischen:
- Standard-Fliesenkleber, der für die meisten einfachen Anwendungen und Fliesenarten geeignet ist,
- Flexkleber, der für stärker beanspruchte oder bewegliche Untergründe besser geeignet ist. Dazu gehören Untergründe mit Fußbodenheizungen, aber auch Trockenestrich.
- Kleber für spezielle Anwendungen, wie z.B. für Natursteinfliesen, Glasfliesen oder Außenbereiche
- Schnellkleber, der ideal ist für zeitkritische Arbeiten oder kleine Reparaturen.
Fliesenkleber kann man entweder auf Zementbasis kaufen (zementgebundene Fliesenkleber), oder auf der Basis von Kunstharzen und organischen Polymerdispersionen (Dispersionskleber). Letztere sind in der Regel leichter zu verarbeiten als zementgebundene Pendants, wasserbeständig und halten besonders auf saugenden und porösen Untergründen wie Gipskarton oder Putz. Außerdem sind sie flexibel und daher für daher für Anwendungen geeignet, bei denen Bewegungen des Untergrunds erwartet werden, aber nicht in dem Maße wie bei flexiblen zementbasierten Klebern (S1 oder S2).
Welche Klassifizierungen gibt es für Fliesenkleber?
Bei der Klassifizierung von Fliesenklebern ist in erster Linie die Europäische DIN-Norm DIN EU 12004 maßgebend, die die Anforderungen und Prüfverfahren für Fliesenkleber festlegt. Hier stelle ich Ihnen die wichtigsten Klassifikationen vor:
Kategorisierung nach Bindemitteltyp:
- C: Zementbasierte Fliesenkleber (s. oben)
- D: Dispersionskleber
Kategorisierung nach Festigkeit und Haftung:
- C1: Fliesenkleber dieser Klasse bieten eine normale Haftfestigkeit (ca. 0,5 N/mm²) und sind für normale Anwendungsfälle wie die Verlegung von Standardgrößen in Bad oder Küche absolut ausreichend.
- C2: Mit dieser Klasse werden Kleber von besonderer Haftkraft (mindestens 1,0 N/mm²) bezeichnet. Solche Fliesenkleber eignen sich besonders für Großformate oder besondere Beanspruchung, wie z.B. bei Fußbodenheizungen, in Großküchen oder gewerblichen Anwendungen.
Kategorisierung nach Flexibilität:
- S1: Fliesenkleber dieser Klasse bieten eine mittlere Flexibilität, für Untergründe, die Bewegungen ausführen können. Dazu gehören z.B. Trockenestrich-Böden, Fußbodenheizungen, Holz- oder Gipskarton, aber auch Dehnfugen werden diese Kleber verwendet.
- S2: Diese Klasse bezeichnet hochflexible Kleber, die gegen Bewegung und Rissbildung besonders widerstandsfähig sind. Sie sind ideal bei Verlegungen auf deformierbaren oder unebenen Flächen oder bei der Verlegung von besonders großen Formaten.
Zusätzliche Kategorisierungen:
- E: Diese Kleber haben eine erhöhte Offenzeit, d.h. sie sind länger zu verarbeiten, bevor sie unbrauchbar werden. Das ist vor allem bei großen Flächen mit schwierigen Arbeitsbedingungen interessant, wo die Ausrichtung von Fliesen länger brauchen kann.
- T: T steht für Thixotropie. Thixotrope Fliesenkleber sind von der Konsistenz eher gelartig, was die Verlegung von Fliesen an senkrechten Wänden vereinfacht – oder allgemein dort, wo der Kleber nicht abrutschen soll.
- W: Diese Fliesenkleber sind besonders wasserbeständig und deshalb besonders für Anwendungen in Feuchträumen, Bädern, Duschen und im Außenbereich geeignet.
- R: Fliesenkleber mit der Kategorie R sind in der Lage, kleinere Risse im Untergrund zu überbrücken. Damit eignen sie sich z.B. gut, wenn man Fliesen auf Fliesen verlegen will.
- F: Diese Kleber härten besonders schnell aus – ideal für Reparaturen oder zeitkritische Fälle.
Welche Fehler kann man bei der Verarbeitung von Fliesenkleber machen?
Die Auswahl des geeigneten Fliesenklebers für Ihre Anwendung ist nur der Anfang. Auch bei der Verarbeitung und Verlegung warten Fallstricke: Sie können die falsche Verarbeitungstemperatur wählen, die falsche Menge an Wasser nehmen oder die Offenzeit des Klebers nicht beachten. Die Folgen dieser Fehler können teuer sein:
- Es können Risse im Kleber – und in den Fliesen – entstehen.
- Fliesen könnten schlecht haften oder sich ablösen.
- Fliesen an der Wand lassen sich nicht richtig verlegen.
- Bei zu kurzer Offenzeit könnte der Kleber aushärten bevor alle Fliesen verlegt sind.
- Bei zu langer Offenzeit könnten Fliesen zu früh belastet werden.
- Es kann sich Schimmel bilden.
Unser Service für Sie
Ihnen schwirrt der Kopf vor lauter Buchstaben? Sie sind bei der Auswahl des geeigneten Fliesenklebers überfordert? Als Fliesen-Fachleute helfen wir Ihnen gerne und stehen Ihnen bei der Auswahl und der Verarbeitung des passenden Fliesenklebers gerne zur Seite.
Häufige Fragen und Antworten zum Thema Fliesenkleber
Was ist ein zementgebundene Fliesenkleber?
Zementgebundene Fliesenkleber nutzen Zement als Basis, der in Verbindung mit Wasser für die Haftwirkung sorgt.
Was ist der Unterschied von zementgebundenen Fliesenklebern und Dispersionsklebern?
Dispersionskleber sind Fliesenkleber, die statt Zement organische Polymerdispersionen wie Acrylate, Vinylacetate oder andere Kunststoffe nutzen, um einen flexiblen, wasserbeständigen und stark haftenden Untergrund für Fliesenarbeiten zu bieten.
Was sind Flexkleber?
Flexkleber sind Fliesenkleber, die für stärker beanspruchte oder bewegliche Untergründe besser geeignet sind. Dazu gehören Untergründe mit Fußbodenheizungen, aber auch Trockenestrich. Besonders flexible Kleber werden nach DIN EU 12004 mit den Klassifizierungen S1 (mittlere Flexibilität) und S2 (hochflexible Kleber) versehen.
